Ich glaube, viele Betroffene oder auch Angehörige kennen das, wenn man
von Borderline spricht, wird schnell geurteilt. " Die haben doch nicht
wirklich etwas", "Die schneiden sich doch nur, um Mittleid zu bekommen",
"Die behaupten, krank zu sein, weil es cool oder modern ist" und im
Zusammenhang damit, tritt auch oft der Begriff
"Emo" in Erscheinung.
Mich persönlich nervt das mittlerweile ziemlich, da ich diese Erfahrung
selbst schon oft gemacht habe und ich einfach der Meinung bin, das eine
hat mit dem anderen nicht mal annähernd etwas zu tun!!! Doch genau da
taucht natürlich die Frage auf : Wo liegt der Unterschied zwischen einem
"Emo" und einem "Broderliner" ?? Gibt es da überhaupt einen??
Ja, meineserachtens gibt es da einige Unterschiede, die ich hier gerne einmal aufschreiben möchte.
Ich denke das Emo sein eher etwas mit
"Dazugehörigkeit" zu tun hat. Es geht um Auffallen wollen, was sie durch
verschiedenste Art und Weise tun (Kleidung, Schminke, Musik etc). Doch
anders als beim Borderliner ist das "Ritzen" bei den Emo´s jedoch nicht "zwanghaft" meine ich. Es ist aus meiner Sicht eher eine Art
Statussymbolik. Als "EMO" muss ich mich "ritzen", um als Emo anerkannt zu werden.
Also, eher eine modische Motivation im Gruppenzwang.
Ich möchte hier niemanden schlecht machen oder in ein schlechtes Licht
rücken, ich persönlich finde die Gruppierung der Emos einfach lächerlich
bzw das Emo sein an sich wiedersprüchlich. Gibt man bei Wikipedia den
Begriff "Emo" ein, so kann man dort nachlesen, das die Emos aus der Punk
Hardcoreszene kommen, bzw eine Absplitung davon sind, was sich durch
den Muikstil der Emos bestätigt.
Sie vertreten jedoch (und das ist der Widerspruch) Trauer, Verzweiflung
und Sinnlosigkeit des Lebens gekoppelt mit der Auseinandersetzung von
gesellschaftlichen und politischen Themen. Aus meiner Sicht ein krasser
Widerspruch zu Trauer und Verzweiflung!!!!!!
Ich glaube, dass viele Leute gar nicht wirklich wissen, was Borderline
wirklich ist und es ist auch schwer zu erklären ( ich werde es dennoch
in einem anderen Post versuchen ) :)
Meiner Meinung nach fangen die Unterschieden zwischen Emos und Brodis
schon damit an, das Broderliner (anders als Emos) nicht "ritzen" sondern
sich schneiden. Ein Borderliner tut dies nicht, um Aufmerksamkeit zu
erregen oder sonstiges sodern es dient dem Borderleiner als
"Druckabbau". Ein Borderliner unterliegt also (um es mal krass
auszudrücken) dem Zwang, sich selbst zu verletzen. Hierbei sind
extremste Emotionen im Spiel, die der Borderliner selbst nicht
regulieren kann, welche dann zu extremen Handlungen führen. Anders als
ein Emo, versteckt der Borderliner sich regelrecht. Er will nicht, dass
es öffentlich wird und als Borderliner erkannt werden, durch die Wunden
auf seinem Körper. Zudem zum Thema Borderline mehr dazu gehört als
Selbstverletzung.
Einen weiteren Großen Unterschied macht hier auch das Alter aus. 90% der
Emos sind zwischen 13-17 Jahre alt. Die Altersspanne der Borderliner
beginnt aber ab 20 Jahren aufwärts. Dies hat allein schon damit zu tun,
dass "Borderline" erst ab dem 18. Lebensjahr diagnostiziert werden
kann. Was sich jedoch auch nicht so einfach gestaltet, wie sich das
hier jetzt anhört. Da Borderline schwer diagnostizierbar ist und
einiger Psychologischen Tests und Auswertungen bedarf. Einaml
diagnostiziert, stellt sich für jeden Borderliner das Problem der
Behandlung, da Borderline nicht heilbar ist, bedarf es mehrerer
Therapien (meist Stationär) sowie medikatöser Behandlung.
Der Emo spricht von Emotionen und Gefühlen, die er bisweilen vielleicht
selbst so noch nicht gehabt haben kann, denn ich frage mich, wie kann
ein Jugendlicher, der zb. aus einem (wenn man so will) "gutem
Elternhaus" ohne Probleme kommt, davon reden nicht mehr leben zu
wollen?!
Borderliner selbst hatten meist eine schlimme Kindheit/ Jungend, nicht
selten von Missbrauch Seelischer oder Körperlicher Art geprägt.
Fakt ist: Borderline lässt sich nicht so einfach ablegen, wie die
Zugehörigkeit einer Gruppe!! Wenn ich keine Lust mehr auf das habe, was
die Leute meiner Gruppe tun, wie sie drauf sind, oder sonstiges, kann
ich einfach aussteigen. Doch, wenn ich keine "Lust" mehr habe, krank zu
sein, kann ich dies nicht einfach ablegen!!!!!!!
Meines Erachtens nach ist der Emo eine modische Randerscheinung in der
Pubertät. Eine art Wegbeschreitung zur Selbstfindung, mehr nicht.
Sicher möchte ich die Emo´s nicht an den Pranger stellen. Jede
Gruppierung hat ein berechtigtes Dasein und, oder auch gerade
pubertierende
Jugendliche brauchen ein Ventil, ihrer (unerklärbaren) Gefühlswelt Ausdruck zu verleihen.
Dennoch lenken sie von Menschen, welche (wirklich) grosse Probleme haben, ab.
Denn:
welcher Begriff ist denn wohl bekannter?